Japanreise
Frühjahr 1999
Reisebericht

Im Frühjahr 1999 habe ich Japan ein drittes Mal kurz besucht.

Umeda Skybuilding

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3. Tag, Inlandsee (Freitag, 26.3.)

Zu unchristlicher Zeit reisst mich der Wecker aus meinem Schlaf und ich muss wohl oder übel aufstehen, falls ich Wert auf ein Frühstück lege. Dies tue ich sogar sehr und bald bin ich im Speisesaal und freue mich an den erlesenen Speisen, welche wunderschön arrangiert auf mich warten (auch wenn diese zwei Stunden später bestimmt noch besser geschmeckt hätten). In Ryokans ist es übrigens üblich, auf dem Zimmer zu Abend zu essen, das Frühstück jedoch im Speisesaal zu sich zu nehmen.

Nach einem weiteren Bad im sehr schönen «o-furo» packe ich meine sieben Sachen und will gehen. Da ruft mich eine der Damen («Chotto matte kudasai!») zurück und winkt den Rest des Personals zusammen. Diesen erklärt sie ganz stolz, dass dies der Gaijin sei, welcher so perfekt Japanisch spricht (was natürlich nicht stimmt und mir die Schamesröte ins Gesicht jagt, ich höre es aber dennoch gerne), brav alles aufgegessen hat (vermutlich kennen sie in erster Linie amerikanische Touristen, welche wohl die Hälfte stehen lassen und lieber einen Hamburger hätten), in der Yukkata prima ausgesehen hat und erst noch Schweizer ist. Besonders letzteres wird mit Bewunderung aufgenommen und zeigt einmal mehr, wie beliebt wir Helveten im Land der aufgehenden Sonne doch sind. Nachdem sie mir noch das Versprechen abgenommen hat, dass ich bald wiederkomme, erzähle ich ihr noch, was ich vorhabe und ich nehme endgültig Abschied.

Draussen regnet es leider und so wird wohl aus meinem Plan, den Berg Misen zu «besteigen» (er ist nur gut 500m hoch), nichts. Bald darauf hört der Regen jedoch auf und kurz entschlossen schmeisse ich mein Gepäck in ein Schliessfach und laufe los. Der Aufstieg ist angenehm, da der Weg gut ausgebaut ist, aber für einen völlig untrainierten wie mich dennoch recht anstrengend. Im Wesentlichen läuft man fast zwei Stunden lang eine Treppe hoch, was doch ziemlich in die Beine geht. Der Aufstieg ist aber sehr schön und führt fast durchwegs durch einen erstaunlich unberührten Wald (man muss sich vor Augen halten, dass Miyajima einer der meist besuchten Flecken Japans ist). Dabei kommt man an verschiedenen kleinen Schreinen vorbei und, wenn das Wetter so schlecht ist und man mehr oder weniger alleine ist, sieht man viele Tiere.

Oben angekommen schaue ich mir einen der Tempel an. Es bleibt aber nicht viel Zeit, denn bald setzt der Regen wieder ein und diesmal ist es nicht ein leichtes Nieseln sondern ein ziemlich ausdauernder Landregen. Also nehme ich nicht wieder den Weg nach unten (der nur eine gute halbe Stunde in Anspruch nimmt) sondern nehme die «ropu-way», die Seilbahn. In der Kabine schwatze ich noch ein bisschen mit einem jungen Ehepaar, das mit ihrem kleinen Kind unterwegs ist, welches sich brennend für den seltsamen Ausländer interessiert. Mein «Anata no kodomo wa totemo kawaii desu» («Ihr Kind ist sehr süss») freut sie natürlich und nachdem ich es ihnen angeboten habe («Shashin o torimasho ka?») mache ich noch ein Foto von ihnen. Mein Japanisch, so spärlich es noch sein mag, macht das Reisen in Japan auf jeden Fall viel angenehmer und besonders da ich ja alleine unterwegs bin, viel interessanter.

Zurück in Miyajima kaufe ich erst einmal einen Schirm. Die billigen, kleinen Plastikschirme sind praktischerweise an jeder Ecke für ¥400 (fünf Franken) zu haben. Bald besteige ich wieder die Fähre, welche mich zum Festland zurückbringt, und in Miyajima-guchi steige ich in den Vorortszug nach Hiroshima um.

Dort angekommen gehe ich als erstes zum Schloss von Hiroshima, welches ich noch nicht kenne. Als erstes schaue ich mir dort eine kleine Ausstellung an. Die eine Hälfte ist für mich völlig uninteressant, handelt sie doch von den Dreharbeiten eines japanischen Historienfilms (glaube ich auf jeden Fall). Der zweite Teil ist aber schon spannender: Dort kann man sich einen Samuraihelm anziehen (bzw. anziehen lassen), welcher doch ziemlich schwer ist und ich mich wundern muss, wie sie diesen in einem Schlachtgetümmel nicht verloren haben (für weibliche Gäste stand ein Kimono auf dem Programm). Als nächstes steht Bogenschiessen auf dem Programm. Da die Pfeile mit Saugnäpfen versehen sind, kann glücklicherweise auch bei mir nichts schiefgehen. Ich habe dabei zwar nicht einem Habicht in vollem Flug ein Auge ausgeschossen, bin aber nach ein paar Übungsschüssen ziemlich nahe an das Zentrum der Zielscheibe gekommen. Das letzte «hands-on» Exponat wäre eher was für meine Schwester oder deren Freund gewesen (die beide Schlagzeug spielen): Im Wachturm kann man eine grosse Trommel ausprobieren, welche wohl früher als Alarmsignal diente.

Das beste in der Ausstellung sind aber die beiden Angestellten (ein Ehepaar?). Sie bemühen sich sehr um die bei dem Wetter spärlichen Besucher und helfen mir sehr, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Ich kann den Besuch dieser Ausstellung daher nur empfehlen, besonders wenn Sie mit Kindern unterwegs sind (die Ausstellung ist, wenn man durch das äussere Tor der Burg kommt, gleich rechts).

Danach geht es durch den Innenhof rüber zur eigentlichen Burg. Diese wurde zwar durch den Atombombenabwurf der Amerikaner vollständig vernichtet (zum Epizentrum sind es nur rund 2km Luftlinie), danach aber wieder aufgebaut. Der Bau selber sieht nur von aussen schön aus und ist innen ein schmuckloser Stahlbetonbau. Die Ausstellung ist aber sehr interessant und unbedingt zu empfehlen. Neben Informationen über Hiroshima und die Burg selber, gibt es auch sehr interessante Einblicke in das Leben zur Edozeit und die kulturelle Entwicklung des Landes. Alles in allem ist die Ausstellung sehr interessant gemacht und ist fast ausnahmslos auch in Englisch beschildert - in Japan eher die Ausnahme.

Nach der Besichtigung der Burg gehe ich noch schnell zum Tempel, den es auf dem Gelände ebenfalls gibt. Ich muss noch einen Glücksbringer für eine zuhause gebliebene Kollegin kaufen. Die Glücksbringer sind zwar nicht auf Englisch angeschrieben, dies kann mich aber nicht mehr schrecken:

kore no namae wa o-mori desu ka? (Ist der Name von dem «Wald»?)

(nach kurzem Nachdenken) iie, o-mamori desu! (o-mamori = Glücksbringer)

gakko no shiken no o-mamori ga arimasu ka? (Haben Sie einen Glücksbringer für eine Schulprüfung?)

benkyo no? (Eins zum Lernen?)

iie, shiken no o-mamori o o-negai shimasu. Ikura desu ka? (Nein, eines für eine Prüfung. Wieviel kostet es?)

go-hiyaku en desu. (500 Yen)

Damit ausgerüstet gehe ich mal Richtung Hafen, von wo aus am Abend meine Fähre nach Beppu auslaufen wird. Dort angekommen überprüfe ich erst, ob die Angaben zum Fahrplan auf meinem Ticket auch stimmen (eine gute Übung im Entziffern von Kanjis) und als ich dies bejahen kann, gehe ich erst einmal in einer Quartierkneipe ein paar Nudeln essen. Danach kehre ich ins Zentrum von Hiroshima zurück, um noch ein bisschen das Nachtleben zu geniessen und mir in ein paar Spielsalons die Zeit zu vertreiben. Rechtzeitig bin ich mit der Strassenbahn zurück in Ujina, so heisst der Hafen von Hiroshima, und besteige nach neun die Fähre Richtung Beppu.

Mein Ticket war, verglichen mit den normalen Tarifen, astronomisch teuer und bald weiss ich warum. Auf meinen Wunsch hin, eine Einzelkabine zu buchen, wurde für mich nicht weniger als die Suite des Schiffes gebucht. Zwar lege ich Wert darauf, nicht in der normalen Massenunterkunft (20 Leute pro Raum) zu nächtigen, dies war aber doch fast ein bisschen übertrieben. Da die Überfahrt während der Nacht mir aber eine Hotelübernachtung spart, ist es dennoch finanziell attraktiv und die Kabine durchaus angenehm. Neben dem eigenen Bad gehört auch eine kleiner verglaster Balkon dazu. Dies ist sehr praktisch, da ich es nicht so schätze im Schlafzimmer zu rauchen - etwas was im Hotel unvermeidlich ist. Die Suite ist genau unter der Brücke und so habe ich eine spektakuläre Sicht während der Hafenausfahrt, am Tag würde es sich aber noch mehr lohnen. Der einzige Nachteil war allerdings die Klimaanlage. Haben Sie je die TV-Serie Onedin-Line gesehen? Stellen Sie sich einfach einer der vielen Szenen vor, in denen Baines während eines Sturms hinter dem Steuer steht und den Elementen trotzt. Etwa so hat die Klimaanlage geblasen und natürlich liess sie sich nicht abstellen...

Nach einem kurzen Abstecher ins Restaurant des Schiffes, um ein paar Bierchen zu kippen, gehe ich zu Bett und lasse mich vom leichten Schaukeln und beruhigenden Brummen des Diesels in den Schlaf lullen.

4. Tag, Beppu (Samstag, 27.3.)

Einen Wecker hat die Suite nicht, ich erwache aber sofort, als der Motor plötzlich die Drehzahl ändert. Als ich zum Fenster herausschaue sehe ich, dass wir uns bereits in der Bucht von Beppu befinden und in ein paar Minuten anlegen werden. Schnell ist alles im Rucksack verstaut, die Zähne geputzt und bereits erfolgt die Durchsage, dass man jeden Moment von Bord gehen kann. An Land stelle ich fest, dass es gerade mal sechs Uhr in der Früh ist und die anderen Passagiere genauso müde und verschlafen wirken wie ich. Mit dem Taxi lasse ich mich zum Bahnhof von Beppu fahren, will ich doch heute den Vulkan Aso besichtigen gehen.

Am Ticket- und Informationsschalter, dem «midori no mado-guchi» (grüner Schalter), ist das Ticket schnell erstanden. Allerdings fährt der erste Zug erst um 8:30 und da das Unterhaltungsangebot zu solch nachtschlafender Zeit doch recht begrenzt ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als über zwei Stunden im Bahnhof zu warten. Ich beobachte ein bisschen die Szenerie, welche in Bahnhöfen rund um die Welt wohl immer die gleiche ist. Die ersten Pendler treffen ein, müde aussehende Angestellte richten den Bahnhof für den bevorstehenden Tag her, Arbeiter werden von Kollegen mit dem Lieferwagen zur Arbeit abgeholt und selbst ein paar ältere Leute, die schon um diese Zeit betrunken sind und munter weitersaufen gibt es hier - eben wie überall auf der Welt.

Für solche Momente habe ich immer einen dicken Roman dabei (irgendetwas von Crichton, King oder, wie in diesem Fall, von Clancy) und so geht die Zeit rasch vorbei und bald sitze ich im «Aso Limited Express» der JR und fahre ins Landesinnere von Kyushu (der Aso liegt ziemlich genau in der Mitte der Insel). Während der rund zweistündigen Fahrt komme ich allerdings nicht umhin festzustellen, dass das Wetter immer schlechter wird.

In Aso angekommen (die JR Station heisst praktischerweise wie der Vulkan, man muss sich also keine weiteren Kanjis oder Namen merken) geht es für den letzten Teil der Strecke auf den Bus. Der Fahrplan ist übrigens so gestaltet, dass der Bus rund 10 Minuten nach Eintreffen des «Aso Limited Express» abfährt. Mit diesem geht es dann endgültig Richtung Gipfel des Aso und ebenso endgültig in die dicksten Wolken rein. Unterhalb des Gipfels ist das «Mt. Aso Volcanic Museum» und in Anbetracht des Wetters steige ich hier auch aus. Wie ich später von anderen Touristen erfahre, welche auf dem Gipfel waren, die richtige Entscheidung.

Der Hauptkrater des Aso hat einen Durchmesser von rund 80 km x 120 km, heute beträgt die Sichtweite aber rund 5 Meter! Ehrlich gesagt bin ich froh, ohne überfahren zu werden über die Strasse zu gelangen und nach den 100 m Weg bis zum Museum ist man bereits ziemlich nass - zum Glück habe ich einen Schirm dabei. Das Museum ist recht interessant, lohnt alleine den Weg aber kaum. Es ist zwar recht modern und attraktiv gemacht und erst noch durchgängig in Englisch angeschrieben, es ist aber nicht sonderlich gross. Ich für meinen Teil konnte in erster Linie feststellen, dass vom Geologieunterricht in der Mittelschule recht viel hängen geblieben ist.

Bald schlendere ich durch den dichten Nebel (genaugenommen wohl Wolken) zur Busstation um nachzuschauen wie die eigentlich so fahren. An dieser Stelle sei folgende Warnung ausgesprochen: Der Bus fährt nur alle 1 ¼ Stunden! Wenn Sie also - wie ich - die Rückfahrkarte für die Bahn schon gekauft haben, müssen Sie unbedingt auf die Abfahrtszeiten achten. Aber wie gesagt, das Museum war nicht sonderlich gross und so kommt schon ziemlich bald der nächste Bus und bringt mich zurück in den kleinen Ort. Da ich allerdings neben dem Museumsbesuch auch eine kleine Wanderung auf dem Aso geplant hatte, bin ich natürlich einmal mehr an diesem Tag viel zu früh. Aso ist ein kleines Kaff, in dem es wirklich nichts zu tun oder zu sehen gibt: Einmal mehr sitze ich im Bahnhof rum und warte auf meinen Zug. Ich habe auf jeden Fall die Lehre daraus gezogen, dass man bei zweifelhaftem Wetter in Beppu besser das selbe macht, wofür man eigentlich nach Beppu geht: Baden. In Aso ist es recht kühl und entsprechend sehne ich mich nach heissem Thermalwasser um meine kalten Knochen zu wärmen.

Zurück in Beppu gehe ich in mein Hotel, dem «Hanabishi». Dieses ist ein gesichtsloser Betonbau wie es sie in Beppu massenhaft gibt. Beppu ist zwar ein bekannter Badeort, dies heisst aber noch lange nicht, dass es nicht auch eine typisch japanische Stadt ist - und diese pflegen nun einmal alle gleich hässlich auszusehen. Aber das Hotel ist durchaus angenehm. An der Reception gibt es zwar erst einmal wieder das in Japan oft anzutreffende totale Versagen jeglicher Kommunikation: Ich stehe mit meinem «kuppon-ken» dort und versuche den jungen Damen klarzumachen, dass ich hier ein Zimmer reserviert habe. Diese starren zuerst mich dann sich gegenseitig an und sind sich offensichtlich nicht ganz im Klaren, was zu tun ist. Ich wundere mich einmal mehr darüber: Was kann ein Tourist, welcher am späteren Nachmittag mit Gepäck in ein Hotel kommt und mit einem Gutschein wedelt schon gross anderes als ein Zimmer wollen? Eigentlich bin ich aber selber schuld: Hätte ich mir die Mühe gemacht, mir ein paar Sätze wie «Ich habe hier ein Zimmer reserviert» zu merken, hätte ich diese Probleme nicht.

Aber irgendwann geht's dann doch (solche Szenen gehören einfach zum Erlebnis Japan) und bald bin ich in meinem Zimmer. Die Angestellte, welche mich aufs Zimmer gebracht hat, erklärt mir noch schnell, dass sie jemanden schickt, welcher Englisch spricht und macht sich (vermutlich erleichtert) aus dem Staub. Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen: Nach zwei englischen Sätzen, welche ich beide auf Japanisch beantwortet habe, erläutert mir die ältere Angestellte alles auf Japanisch und - Wunder über Wunder - ich verstehe im wesentlichen alles. Wir plaudern noch ein bisschen und bald mache ich mich auf, das Bad des Hotels zu besuchen.

Das normale Sento ist nichts spezielles (kennt man eines, kennt man sie alle), ist aber sehr gut besucht. Danach gehe ich weiter auf das Dach des Hotels, wo es ein «rotemburo» gibt, ein «o-furo» im Freien. Dieses ist ziemlich spektakulär, kann man doch ganz Beppu, die Bucht und die umliegenden Berge bewundern. An diesem Abend muss man allerdings die fünf Meter von der Türe zum Bad schnell hinter sich bringen, bläst doch ein ziemlich kalter Wind. Das macht das heisse Wasser aber noch angenehmer als es sowieso schon ist und ich geniesse den Sonnenuntergang im dampfenden Wasser.

Danach geht es zum Abendessen, welches einmal mehr ein Genuss ist. Es gibt viel Sashimi (schliesslich liegt Beppu direkt am Meer): Verschiedenste Krustentiere warten darauf, von mir mehr oder weniger geschickt aufgebrochen und verspeist zu werden. Das hübscheste an diesem Abend ist ein kleiner Fisch, welcher mit Kopf und Schwanz daliegt. Das Fleisch ist aber raffiniert verschnitten und so wieder hingelegt worden, dass der Eindruck eines ganzen Fisches entsteht. Daneben gibt es noch viele andere warme und kalte Speisen, von denen ich zwar oft keine Ahnung habe was es ist, aber alle köstlich schmecken.

Der Familie am Nachbartisch muss offenbar aufgefallen sein, dass ich etwas Japanisch spreche. Dies scheint dem Familienvater so imponiert zu haben, dass er mir einen Sake spendiert (den ich natürlich freudig annehme). Wir machen noch ein bisschen Smalltalk (über das Wetter und so, für mehr reicht es bei mir leider nicht) und er überschüttet mich anschliessend mit Lobhudeleien über mein Japanisch während ich mich bemühe, mich ebenso höflich für das Getränk zu bedanken.

Zurück im Zimmer wartet noch Arbeit auf mich: Meine Japanischlehrerin hat mir aufgetragen, ein japanisches Tagebuch mitzubringen und so muss ich mich wohl an die Arbeit machen. Aber dies fällt mit in der Yukkata, auf Tatamis sitzend und mit einem Fernseher im Hintergrund, in welchem gerade eine der üblichen Samurai-Seifenopern läuft, deutlich leichter als zuhause am Schreibtisch. Zwar war dieser Tag der Tiefpunkt dieser Ferien - gegen schlechtes Wetter hilft leider kein Kraut - aber dank des angenehmen Abends schlafe ich dennoch gut ein und habe schöne Träume.

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Alain G. Barthe, 1999