Alains
Japanreise Wohin geht ein Anime Fan in die Ferien? Natürlich nach Japan! Ich habe dies im Frühjahr '97 mit meiner Schwester zusammen getan. |
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(Stand Januar 2002) |
Auch wenn bei uns kaum jemand je in Japan war, «weiss» doch jeder, dass es sehr teuer ist. Diese Aussage ist nur teilweise richtig. Es ist sicher richtig, dass Ferien in Japan locker zehnmal teuerer sind als solche an der Costa Brava, dieser Vergleich ist aber auch blödsinnig. Man muss sich vor Augen halten, dass Japan am anderen Ende der Welt ist, allein der Flug ist daher deutlich teurer als die Carfahrt nach Spanien. Weiter interessieren sich bei uns nur sehr wenige, meist finanziell unabhängige Leute für Reisen nach Japan, entsprechend werden Arrangements auch nur in der höchsten Preisklasse angeboten. Dies alleine ergibt für den Flug (2'500 Franken) und 10 Übernachtungen (10 à 300 Franken) einen Preis von über 5'000 Franken, dazu kommen noch lokale Führer, Transfers in Bussen (in Japan ziemlich teuer), Fahren im Shinkansen und so weiter dazu. Es liegt auf der Hand, dass da für 999.-- Franken keine 3 Wochen drinliegen.
Die Lebenshaltungskosten sind für Schweizer nichts aussergewöhnliches, Tokyo (138 Punkte) liegt statistisch an erster Stelle vor Hongkong (123) und Zürich (121). Ich denke, dass Frankfurt auch in den Top-Ten ist, also dürften auch Deutsche nicht tot umfallen, wenn Sie mal ¥600 für ein Bier bezahlen müssen. Die Statistik sagt aber nicht die ganze Wahrheit und in diesem Falle ist es ein Vorteil für Touristen. Japan ist das Land der krassen Gegensätze, auch bei den Preisen. Sie werden in Kyoto keinerlei Mühe haben, eine Gaststätte zu finden in der Sie mal eben 800 Franken für ein Abendessen ausgeben, zwei Schritte daneben aber eben auch eines in dem sie für einen hundertstel dieser Summe essen können. In Japan zahlt man für das Ambiente, während sie im letzteren Lokal in einer zwar sauberen aber schlichten Atmosphäre korrekt bedient werden, mieten Sie im ersten Fall das ganze Lokal und 20 Personen kümmern sich um Ihr und Ihrer Gäste leibliches Wohl! Das gleiche Muster ist auch bei den Bars anzutreffen, wenn Sie darauf achten, nicht in eine Hostessenbar zu geraten, werden Sie Ihr Budget kaum je sprengen. Diese verlangen zuweilen astronomische Preise und werden entsprechend von Geschäftsherren mit Firmenkreditkarten frequentiert, keinem Japaner der dies selber bezahlen muss, käme es in den Sinn, dort etwas trinken zu gehen
Dennoch ist es möglich, in Japan Ferien zu vernünftigen Preisen zu verbringen. Wenn Sie ein bisschen Mut aufbringen und sich nicht daran stören, einen Teil ihrer Ferien mit der Suche nach günstigen Übernachtungsmöglichkeiten und der Überwindung der oft hohen Sprachbarriere zu verbringen, buchen Sie einen Flug, kaufen Sie einen Japan Rail Pass und reisen Sie einfach drauflos: Sie sollten es ohne grössere Probleme schaffen, mit einem Budget von rund ¥10'000 pro Tag inklusive allen Nebenauslagen durchzukommen. Dies bedeutet, dass 2 Wochen Japan ab ca. 4'000.-- Franken realistisch sind.
Ganz allgemein kann gesagt werden, dass Essen in Japan erstaunlich billig ist. Wenn Sie ein bisschen die Preise, welche in den Auslagen immer angeschrieben sind, vergleichen, können Sie für wenig Geld reichlich und ausgezeichnet essen. So kostet etwa ein Teller mit zwei Sushis in einem Schnellimbiss in Osaka ¥120. Da es den Tee dazu gratis gibt können sie also für rund ¥1'200 ein üppiges Sushimahl geniessen. Das selbe in der Schweiz kostet mit rund 50.-- Franken locker mal das 3-fache und kommt in der Qualität selten an das Original heran. Einfache, warme Gerichte (wie etwa Nudeln oder Donburi) kosten ab ca. ¥360, Tempura mit einer kleinen Vorspeise ist ab ¥600 zu haben. Teppan-Yaki kann ab ¥800 gefunden werden, zu diesem Preis muss man es aber selbstverständlich selber kochen. Recht teuer dagegen ist das bekannte Sukiyaki oder Shabu-Shabu, da müssen Sie mit rund ¥2'000 rechnen. Anbetracht der Tatsache, dass es sich aber um ziemlich aufwenige Gerichte handelt immer noch nicht alle Welt.
Zur Mittagszeit bieten fast alle Lokale günstige (ab ¥650) Menus an. Diese werden als «ranchi» (Lunch) bezeichnet und beinhalten eine vollständige Mahlzeit inkl. Suppe und Getränk. Oft werden solche Menus auch zu anderen Zeiten angeboten, dann werden sie allerdings «setto» (Set) bezeichnet. In beiden Fällen erkennen Sie solche Angebote in der Auslage am Tablett, auf welchem die einzelnen Gerichte stehen und der Preis bezieht sich immer auf alles. Eine weitere, sehr japanische Art das Budget tief zu halten, ist gar nicht im Restaurant zu essen. Kaufen Sie ein o-bento und essen Sie es im Park (nicht auf der Strasse, das tut man in Japan eigentlich nicht) oder während einer Zugsfahrt. Der Preis für ein solches liegt zwischen ¥250 und ¥600 (das billigste besteht dann aber fast ausschliesslich aus Reis), dazu kommen noch ¥100 für ein Getränk (z.B. eine Büchse Grüntee).
Trinken Sie gerne Kaffee und Kuchen erhalten Sie am Nachmittag vielerorts (in Hotels, spezialisierten Cafés oder Ketten wie Liptons) «keki-setto». Mit Cakes sind immer westliche Kuchen etc. gemeint, welche die Japaner auf absolutem Weltklasseniveau herstellen. In Cafés (nicht aber in Hotels) wird Ihnen der Kaffee oder Tee oftmals gratis und beliebig oft nachgeschenkt. Das macht das ganze besonders für Touristen interessant: Zu einem vernünfigen Preis kann man in angenehmer Atmosphäre gemütlich Kaffee trinken, sich erholen und Reiseführer lesen, Postkarten schreiben oder Tagbuch führen (An Preise kann ich mich leider nicht mehr erinnern, da ich selber als Zwischenverpflegung ein paar Yakitori und ein erfrischendes Bier bevorzuge).
Zwei Dinge, welche in Japan dagegen sehr teuer sind und schnell ein Loch ins Ferienbudget reissen können, sind Alkohol und Fleisch. Eine Büchse Bier kostet aus dem Automaten ¥240 und selbst in einfachen Lokalen bereits ¥500. Es ist mir mehrfach passiert, dass ein einziges Bier mehr gekostet hat, als das ganze restliche Essen. Auch Fleisch, besonders Rindfleisch, gehört nicht zu den billigen Nahrungsmittel. Wenn man bedenkt, dass Japan einerseits kaum freie Flächen hat, auf welchen Viehzucht betrieben werden können und andererseits importierte Güter mit extrem hohen Zöllen belegt, wird es sofort klar dass man mit einheimischen Lebensmitteln deutlich günstiger (und gesünder) fährt.
Sind Sie übrigens Raucher und können sich mit einer der einheimischen Marken anfreunden, dann freuen Sie sich: Nicht nur darf in Japan fast überall geraucht werde, Zigarretten sind zudem geradezu lächerlich billig.
Flüge nach Japan sind in der Schweiz ab 1'000.-- Franken zu haben (z.B. Malaysian Airlines, der Flug führt allerdings über Kuala Lumpur und dauert 20 Stunden). Das meiner Meinung nach interessanteste Angebot hat die Japan Airlines (JAL) zu bieten: 1'600.-- für einen Direktflug von Zürich nach Tokyo oder Osaka inkl. zwei beliebigen Inlandflügen und kaum Einschränkungen bez. Daten und Aufenthalt. Swissair bietet ebenfalls Direktflüge ab rund 2'000.-- Franken an.
Öffentliche Verkehrsmittel sind im allgemeinen recht günstig: Eine U-Bahn Karte in Tokyo kostet zwischen ¥160 und ¥360 Yen und der Bus ¥240, egal wie weit man fährt. In grösseren Städten kommt aber ev. in einem Tag dennoch eine respektable Summe zusammen, da schnell eine grössere Anzahl Fahrten zusammenkommt.
Eine Fahrt im Shinkansen von Tokyo nach Osaka kostet in der Grössenordnung von ¥12'000. Dies enthält aber eine Reservation und in den 3 Stunden legt der «Hikari» (Licht) immerhin 650km zurück. Eine Fahrt im Shinkansen ist aber bestimmt einer der Höhepunkte jeder Japanreise und gehört in jedes Besuchsprogramm. Eine billigere Variante, grosse Distanzen zu überwinden, stellen Busse dar: Die gleiche Fahrt von Tokyo nach Osaka kostet im Bus rund ¥8'500. Oft sind solche Fahrten auch als Nachtbusse buchbar, Sie können sich dann das Geld für eine Übernachtung sparen und im Bus schlafen (wie erholt Sie dannach sind, müssen Sie allerdings selber wissen).
Zwar nicht billig aber finanzierbar sind Taxis, beachten Sie aber folgende zwei Punkte: Die Fahrer verstehen kein Wort Englisch, halten Sie also immer eine Karte bereit, auf der das Ziel in Japanisch angegeben ist und vermeiden Sie zweitens in der Rushhour zu fahren, wenn Sie in den Stau geraten (was zu diesen Zeiten unvermeidlich ist) kann es eine ziemlich teure Warterei sein. Aber auch hier gilt, dass Sie auf keinen Fall betrogen werden, es würde keinem Taxifahrer je in den Sinn kommen einen Umweg zu fahren um mehr Geld zu kassieren. Allerdings fahren die meisten Taxifahrer mit Touristen etwas längere, dafür aber interessantere Strecken. Es ist aber allemal besser etwas zu sehen und vielleicht 10% mehr zu bezahlen als immer nur auf der Stadtautobahn Lärmschutzwände zu betrachten. Ein typischer Preis für eine Fahrt von 15 Minuten wären etwa ¥700, also rund die Hälfte der Summe, die in der Schweiz zu bezahlen wäre. Einen Fehler, der Touristen ab und zu unterläuft, sollten Sie aber auf keinen Fall machen: Auch wenn der Flughafen Tokyo-Narita (Tokyo New International) für einen Japanneuling auf den ersten Blick verwirrend aussehen mag, benutzen Sie auf gar keinen Fall ein Taxi, um damit nach Tokyo zu fahren. Das Stadtzentrum, in welchem sich die meisten Hotels befinden, ist eine Stunde (bei starkem Verkehr auch mal 2) vom Flughafen weg und die Fahrt im Taxi kostet locker ¥40'000.
Wenn Sie viel unterwegs sind, ist der «Japan Rail Pass» ideal. Dieser kostet in der normalen (zweiten) Klasse für 7 Tage ¥28'300, für 14 Tage ¥45'100 und für 21 Tage ¥57'700 (Kinder von 6 - 11 Jahren die Hälfte). Dieser berechtigt Sie für beliebige Fahrten auf allen Linien der JR in ganz Japan. Dies schliesst natürlich auch die Shinkansen Linien ein. Die einzige Ausnahme bilden die schnellsten, die Nozomi Kurse, für welche der «Japan Rail Pass» nicht gilt. Der Pass gilt auch nicht auf den vielen privaten Bahnlinien, zu diesen gehören leider auch die U-Bahnen. Unbedingt zu beachten ist aber, dass der «Japan Rail Pass» in Japan nicht erstanden werden kann. Diesen müssen Sie vor Abreise in ihrem Heimatland kaufen!
Neben dem generellen Railpass, gibt es auch regionale, welche zwar nur in der jeweiligen Region gültig sind (z.B. Kyushu), dafür aber natürlich auch etwas billiger sind (wenn auch nicht viel).
Grosse internationale Hotels kosten zwischen ¥15'000 und ¥50'000, ¥30'000 sind typisch für gehobene Erstklasshotels in denen Touristen absteigen (auch wenn 90% der Gäste Japaner sind). Für dieses Geld wird aber auch erstklassiger Service geboten mit dem sich auch bei uns nur die teuersten Spitzenhotels messen können. Einfachere Hotels (sog. «Business Hotels») kosten im Bereich von ¥7'000 bis ¥8'000. Dafür wird zwar keine grosser Service geboten, die Hotels sind aber auf jeden Fall sauber und oft recht günstig gelegen. Aber ein Wort der Warnung: Es ist einfach ein solches mit einem Motel zu verwechseln. In Japan sind aber Motels Hotels «für gewisse Stunden»!
Wem dies zu teuer oder zu langweilig ist kann auch in einer Familienherberge, einem Minshuku, unterkommen. In diesen Unterkünften, welche sich wohl am ehsten mit einer Familienpension bei uns oder einem Bed & Breakfast in England vergleichen lassen, geht es sehr familiär zu und her und sie werden auch mit der Familie essen. Es wird allerdings auch von Ihnen erwartet, dass Sie sich entsprechend verhalten und z.B. Ihr Bett bzw. Futon selber auf- und am nächsten Morgen auch wieder abbauen bzw. aufrollen. Ev. sollten Sie sogar Ihre eigenen Handtücher dabeihaben. Die sehr moderaten Preise bewegen sich zwischen ¥4'000 und ¥6'500 und dies inklusive Abendessen und Frühstück.
Die billigste Variante sind aber die Jugendherbergen. Diese sind, trotz des Namens, Personen jeden Alters zugänglich und kosten nur in der Grössenordnung von ¥1'100 bis ¥2'500. Zusätzlich müssen Sie einen einmaligen Mitgliederbeitrag von ¥600 bezahlen, welcher dann für die ganze Reise gilt. In diesem Preis ist allerdings keine Verpflegung enthalten, teilweise ist aber eine Gemeinschaftsküche vorhanden (Einkaufen ist in Japan kein Stress, Supermärkte wie «7-Eleven» haben 24 Stunden geöffnet). Wenn Sie aber zu zweit Reisen seien Sie gewarnt, dass man in Jugendherbergen nach Geschlechtern getrennt schläft.
Preislich schwer einzuordnen sind Ryokans. Die Preise für dieses urjapanische Erlebnis, welches Sie sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten, beginnen bei rund ¥8'000 und sind nach oben offen, im Preis sind aber, wie in Minshukus, immer zwei Malzeiten enthalten. Das Abendessen fällt aber in einem Ryokan erheblich üppiger aus und pflegt sehr gut zu sein.
Im Internet lassen sich z.B. bei Welcome Inn günstige Hotels suchen:
Tempel, Gärten und manche Museen pflegen in der Grössenordnung von ¥600 zu kosten und sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Wenn Sie etwa in Kyoto in einem Tag 4 Tempel und einen Garten besuchen gehen, sind schnell einmal ¥3'000 nur an Eintritten weg. In grösseren Anlagen (z.B. in Nikko) müssen Sie sich unbedingt nach Kombitickets umschauen, mit diesen kann man oft viel Geld sparen.
Kino ist in Japan mit Preisen zwischen ¥1'700 und ¥2'400 ein recht teurer Spass.
In Japan wird durchwegs kein Trinkgeld gegeben. Beachten Sie aber die «service charges» und Steuern, welche in teuren Hotels und Restaurants zusammen bis zu 25% ausmachen können. Die Preise in günstigeren Lokalen sind aber immer Endpreise.
Um einzureisen, benötigen Sie als Schweizer, Deutscher oder Österreicher kein Visum, ein mindestens 6 Monate nach Einreise gültiger Reisepass genügt. Die Zollformalitäten sind unkompliziert, behandeln Sie aber den Grenzbeamten mit Respekt (dies sollten Sie in Japan immer tun, legere Haltung wird bei solchen Gelegenheiten gar nicht geschätzt).
Devisen können Sie bis zu 5 Millionen Yen ein- oder ausführen. Am einfachsten nehmen Sie Reisechecks in Yen und nur ganz wenig Bares mit. Bei Reisechecks kriegen Sie bei Ihrer Bank einen viel besseren Kurs und Sie können diese völlig unproblematisch im Hotel in Bargeld umtauschen. Kreditkarten werden zwar in grossen Geschäften, teuren Restaurants und Hotels akzeptiert, aber Bargeld ist in Japan eher üblich. Anders als etwa in den USA, kommen Sie mit «Plastik» auf keinen Fall durch und sind, sollte Ihnen das Geld ausgehen, ziemlich aufgeschmissen. Nehmen Sie also in jedem Fall genügend Reisechecks mit! Da es wahrscheinlicher ist, dass Sie mit dem Kaiser einen Tee trinken werden als bestohlen zu werden, brauchen Sie sich um die Sicherheit Ihres Geldes aber keine grossen Sorgen zu machen.
| Die Währung des Landes ist der Yen («¥» geschrieben und «en» ausgesprochen). Die üblichen Noten sind ¥10'000, ¥5'000 und ¥1'000, Münzen gibt es zu ¥500, ¥100, ¥50, ¥10, ¥5 und ¥1, die «halben», also ¥50 und ¥5, haben ein Loch, diese Tatsache trägt mit dazu bei, dass der Umgang mit Yen sehr unkompliziert und sehr übersichtlich ist. Es empfiehlt sich in Japan, immer etwas Kleingeld dabei zu haben. |
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Impfungen sind selbstverständlich keine notwendig. Wasser hat immer Trinkwasserqualität und Speisen sind immer frisch und einwandfrei, Sie brauchen sich keinerlei Sorgen zu machen.
Telefonieren ist in Japan sehr einfach und, egal ob an öffentlichen Telefonen oder im Hotel, sehr günstig. Da die Hotels nur minimale Aufschläge verrechnen, können Sie sich den Gang zum öffentlichen Telefon getrost sparen. Für letztere benötigen Sie übrigens Karten zu ¥1'000 (üblicherweise), die Sie überall aus Automaten (z.B. in der Hotelhalle) aber auch bei allen Sehenswürdigkeiten kaufen können. Sollten Sie also Telefonkarten sammeln, dann sind Sie im Paradies gelandet.
Sie brauchen auf Ihrer Reise eigentlich nichts mitzunehmen. Da Japaner nur mit extrem wenig Gepäck reisen, bieten Hotels alles was Sie brauchen: Seife, Shampoo, Rasierer, Föhn und Zahnbürste liegen bereit (letztere kann ich allerdings nicht empfehlen, sie pflegen sehr hart zu sein). Wäsche sollten Sie aber komplett dabei haben, bei den japanischen Konfektionsgrössen haben Männer und grossgewachsene Frauen echte Probleme, etwas nachzukaufen.
In den typischen Reisezeiten (im Frühjahr zur Kirschblüte oder im Herbst) ist das Wetter in Japan genau wie bei uns, nehmen Sie also Sachen mit, die Sie an warmen wie auch kalten Tagen tragen können. Wenn Sie einen kleinen Kompaktschirm besitzen, nehmen Sie ihn mit, ansonsten können Sie dort in jedem Hotel einen typischen japanischen Schirm ausleihen, in Japan regnet es recht häufig. Japanische Parks, Tempel und Schreine pflegen weitläufig zu sein, bei mir haben sich leichte Wanderschuhe (Neudeutsch «Light Hiking Shoes» genannt) äusserst bewährt, kaufen Sie einfach in einem Treckingladen den leichtesten Schuh den sie haben, damit liegen Sie vermutlich goldrichtig. Nehmen Sie aber konservative Kleidung mit. Sollten Sie - wie ich - von Anzügen und Kravatten nichteinmal wissen, wie man diese anzieht (es liegt ja auch keine Anleitung bei), nehmen Sie ein paar Poloshirts mit. Im Gegensatz zu den USA werden Sie zwar nirgends rausgeworfen, dies liegt aber nur an der japanischen Höflichkeit. Diese basiert aber eben auf Gegenseitigkeit: In Japan wird nur deshalb nie jemand aus einem Lokal gewiesen, weil es niemandem je in den Sinn käme, «underdressed» aufzutauchen.
Filme nach Japan mitzunehmen ist wie Eulen nach Athen tragen. Fujicolor Filme kriegen sie an jeder Ecke, Kodak müssen Sie suchen, andere (z.B. Agfa) werden Sie wohl nicht finden. Auch sonst finden Sie in Japan selbstverständlich alles was das Fotografenherz begehrt, die Preise sind ca. 20% niedriger als in der Schweiz, wenn Sie also zu Ihrer Nikon, Minolta oder Canon ein Objektiv brauchen, kaufen Sie es dort. Das Licht in Japan ist zum Fotografieren häufig ungünstig, meist ist es leicht dunstig und doch sehr hell, was zu blassen Farben führt. Auch sind Tempel meist sehr dunkel, verlangen also nach ISO 400, welche für Aussenaufnahmen dann aber zu empfindlich sind, halten Sie also immer ISO 100, 200 und 400 bereit.
Folgende Bücher lege ich jedem Japanreisenden ans Herz:
Damit sollten Sie über die Runden kommen. Sehen Sie sich aber in Ihrer Buchhandlung um, in letzter Zeit kommen vermehrt Bücher über Japan auf den Markt.
Auf dem Web ist folgender Link Pflicht, egal ob Sie den «Japan Rail Pass» kaufen möchten, günstige Hotels buchen wollen oder sonstige Informationen suchen:
Japan National Tourist Organization
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Alain G. Barthe, 1997