Alains
Japanreise Wohin geht ein Anime Fan in die Ferien? Natürlich nach Japan! Ich habe dies im Frühjahr '97 mit meiner Schwester zusammen getan. |
![]() |
Keine Sorge, Touristenfallen in unserem Sinne existieren in Japan nicht, was ich damit meine sind Situationen, in denen Touristen sich daneben benehmen könnten. Glücklicherweise sind solche aber selten und die Japaner sind mit uns äusserst nachsichtig und erwarten keineswegs, dass wir ihre Verhaltensregeln kennen. Auf folgendes sollten Sie aber schon achten:
Obwohl es zu den allgemein bekannten Eigenheiten des Landes
gehört, fällt wohl doch jeder Tourist einmal darauf rein und latscht mit seinen
Strassenschuhen (oder den falschen Hausschuhen) in einen Bereich, in denen diese nichts zu
suchen haben. Wenn Sie also irgendwo reinlaufen und Sie plötzlich aufgeregte und nervöse
Japaner sehen - ein äusserst seltener Anblick - haben Sie vermutlich eines der folgenden
Warnzeichen übersehen:
Sie werden in Japan viele Tempel besuchen, dabei werden Sie häufig die Schuhe ausziehen müssen und bald mit einer unangenehmen Eigenschaft traditioneller japanischer Architektur konfrontiert werden: Die Böden sind erstaunlich kalt. Da Hausschuhe bei den meisten Tempeln fehlen, empfehle ich Ihnen warme Überziehstrümpfe mitzunehmen (häufig erhalten Sie solche während des Fluges, z.B. bei Cathay Pacific, diese sind ideal geeignet).
Sind Sie privat eingeladen oder gehen Sie in ein traditionelles Restaurant mit Tatami-Matten essen, denken Sie also nicht nur an ein sauberes Hemd und Taschentuch, sondern eben auch an saubere Strümpfe!
Obwohl
fast alle Japaner sowohl Shintoisten als auch Buddhisten sind, Tempel in Japan überall
anzutreffen sind und die Japaner an Familien-, Betriebs- oder Schulausflügen fast immer
mindestens einen solchen ansteuern, sind sie nicht besonders religiös und sehr tolerant.
Wenn Sie sich also normal verhalten, werden Sie als Tourist ausnahmslos willkommen sein.
Wollen Sie ein Opfer bringen (z.B. eine ¥100 Münze), ein Räucherstäbchen anzünden
oder eine kurze Andacht halten: genieren Sie sich nicht, die Japaner werden dies
wohlwollend beobachten und bei einem Fehler ihrerseits höchstens lachen und Ihnen helfen,
Sie brauchen aber keine Angst zu haben, Ärger heraufzubeschwören. Fotografieren ist
übrigens meist erlaubt, achten Sie aber auf Schilder die es eventuell verbieten könnten.
Wollen Sie Leute fotografieren, gebietet es der Anstand, dass man vorher fragt - ein
deuten auf die Kamera genügt vollkommen, die Japaner sind die Weltmeister der Fotografie
und verstehen sofort, was Sie wollen.
Wenn Sie es perfekt machen wollen, beobachten Sie einfach die Einheimischen und beachten Sie diese Punkte:
Wenn
Sie in Tokyo sind, werden Sie bestimmt den Asakura Kannon Tempel besuchen gehen. Dieser
hat, wie die meisten Tempel, ein Orakel das nicht nur sehr berühmt sondern auch in
Englisch ist! Nehmen Sie rechts vom Altar eine der 8-eckigen Metallbüchsen, schütteln
Sie sie und rütteln Sie einen Stab aus dem seitlichen Loch. Auf diesem ist, auf Japanisch
allerdings, eine Zahl, die zu einer der vielen Schubladen gehört (wenn Sie Mühe haben
wird ihnen jeder Anwesende sofort helfen, fragen sie einfach). In der Schublade befindet
sich ihr Orakelspruch, der auf der Rückseite auch in Englisch übersetzt ist. Da aber
nicht alle beidseitig bedruckt sind, müssen Sie darauf achten, einen für Sie lesbaren zu
erwischen und vergessen Sie auch nicht den Stab zurückzulegen. Lesen Sie Ihr Orakel
übrigens nicht erst im Hotel! Sollten Sie nämlich ein schlechtes erwischt haben, können
Sie es an einen Baum, Busch oder Zaun binden (Sie werden schon sehen wo) und einfach ein
neues Orakel ziehen gehen. Die negativen sind zwar nicht 100% eliminiert, das Anbringen im
Tempel sollte aber helfen, das Unglück zu bannen.
Ein
Erlebnis, das Sie auf gar keinen Fall verpassen sollten, ist ein öffentliches Bad
(«sento») zu besuchen. Viele Hotels haben äusserst luxuriöse Varianten davon zu bieten
und wenn nicht, oder Sie zu den abenteuerlustigen Reisenden gehören, gibt es solche in
jedem Wohngebiet. Finden kann man sie übrigens ganz einfach: Folgen Sie einfach einem der
unzähligen Japaner, die mit einer Yukata (ungefütterter Baumwollkimono) bekleidet und
einem Plastikeimer mit Shampoos etc. so um 18:00 durch die Strasse gehen, sie sind
bestimmt unterwegs ins Bad. Sie brauchen eigentlich nichts mitzunehmen, da alles
Benötigte zur Verfügung steht. Wenn Sie ein spezielles Shampoo oder Pflegespülung etc.
benutzen, nehmen Sie sie mit. Männer sollten, wenn Sie in ein Bad ausserhalb des Hotels
gehen, den Einmalrasierer mitnehmen, diese stehen eventuell nicht zur Verfügung.
Aftershave wird in Japan übrigens meist nicht verwendet, wenn Sie nicht darauf verzichten
wollen, dürfen Sie es auf keinen Fall vergessen. Gehen Sie übrigens zur «Rushhour»
(also zwischen 18:00 und 19:00 Uhr) ins Bad, nicht nur ist es dann viel spannender es ist
auch einfacher, da Sie immer von den Einheimischen abschauen können.
Im Bad angekommen geht es zuerst in die Umkleidekabine (Schuhe am Eingang ausziehen nicht vergessen), eventuell kann es heikel sein, das richtige Geschlecht zu erwischen. Tipp: Merken Sie sich die Kanjis für Mann und Frau, das kann häufig nützlich sein. Erwischen Sie den falschen Eingang, machen Sie einfach kehrt, man wird kein grosses Aufheben machen. Ziehen Sie sich nun ganz aus und gehen Sie in den eigentlichen Baderaum, nehmen Sie dabei aber ein kleines Handtuch (ca. 30cm x 50cm) mit, diese liegen immer bereit. Badehosen oder Badekleider können Sie übrigens getrost zuhause lassen, im japanischen Bad haben diese gar nichts zu suchen (in Schwimmbädern aber schon, in Hotels stehen diese aber immer zur Verfügung).
Der Baderaum ist in Hotels getrennt, in öffentlichen Bädern oder Onsens (Thermalquellen) aber nicht unbedingt. Sollte letzteres der Fall sein, benutzen Sie beim Rumlaufen einfach das Badetuch, um sich notdürftig zu bedecken.
Setzen Sie sich nun mit dem Gesicht zur Wand auf einen der vielen Schemel und waschen Sie sich gründlich. Die Japaner benutzen dazu das Tuch, das wie ein Waschtuch benutzt wird. Die Seife wird dabei immer mit dem Tuch benutzt, niemals direkt. Heute steht meist eine Handdusche zur Verfügung, wenn nicht, hat es in einem japanischen Bad immer genügend Bottiche zur Verfügung. Japaner seifen sich solange ein, bis sie unter einem Berg von Seifenschaum verschwinden. Dabei können Sie auch gerade die Haare waschen und, als Mann, sich rasieren. Rasierschaum ist in Bädern selten zu finden, es ist aber jetzt auch klar, warum Mann darauf verzichten kann. Spülen Sie sich und ihr Tuch nun gründlich bis garantiert kein Seifenschaum mehr vorhanden ist und Sie dürfen endlich ins Bad! Das Tuch behalten Sie übrigens immer bei sich und passen auf, dass es nicht ins Wasser gelangt. Besonders bei Freiluftbädern, die keinen getäfelten Rand aufweisen, legen die Japaner es, pfiffig wie sie nun mal sind, übrigens einfach auf ihren Kopf.
Passen Sie auf, wenn Sie ins Wasser steigen! Nicht nur kann das Becken, wenn es mit Thermalwasser gefüllt ist, sehr rutschig sein, das Wasser hat eine Temperatur von mindestens 42° Celsius! Fangen Sie beim Abfluss des Beckens an, dort ist das Wasser bereits abgekühlt und arbeiten Sie sich nach Lust und Laune weiter zum Einfluss vor, Sie können sich so die Temperatur, die Ihnen behagt (bzw. die Sie aushalten) aussuchen, weiter sollten Sie sich nicht unnötig bewegen. Je älter Sie übrigens sind, umso heisser halten Sie es aus. Es ist kein untypisches Bild, dass die jungen Japaner beim Abfluss, die ältesten direkt beim Einfluss sitzen. Unmittelbar vor dem ins Wasser steigen, spülen sich die Japaner übrigens nocheinmal die Füsse (als ob die nicht sauber wären), dafür benutzen Sie einen der vielen Bottiche und etwas Wasser aus dem Becken.
Nach dem Bad können Sie sich, wenn Sie Lust haben, nocheinmal waschen und die Prozedur so oft wiederholen wie Sie wollen. Oft gibt es noch kleines Becken oder zumindest einen Wasserhahn mit kaltem Wasser, damit können Sie Ihren Kreislauf tüchtig auf die Probe und auf Vordermann bringen.
Anschliessend ist, wenn der Umkleideraum diese Möglichkeit bietet, der richtige Moment, noch eine halbe Stunde auszuruhen. Oft können Sie im Umkleideraum ein Bier trinken und gemütlich eine Zigarette rauchen (wenn Sie denn Raucher sind), eine Zeitung lesen oder sich einfach unterhalten. Denken Sie daran: Das öffentliche Bad ist das Zentrum des sozialen Lebens der Japaner und keinesfalls «nur» ein Ort in dem man sich wäscht. Dies erklärt auch warum viele Japaner, obwohl in der Zwischenzeit ein eigenes Bad zum Standard gehört, trotzdem das öffentliche Bad bevorzugen.
Eine weitere Besonderheit, welche Sie sich in Japan nicht entgehen lassen sollten, ist das Ryokan. Ein Ryokan ist ein traditionelles, japanisches Gästehaus, welches sich in einigen Punkten stark von normalen Hotels unterscheidet. Den ersten Unterschied werden Sie bereits beim Empfang bemerken: Während die grossen Hotels in Japan sehr westlich geprägt sind, sind dies Ryokans ganz und gar nicht. Dies geht soweit, dass einige Ryokans überhaupt keine westlichen Gäste aufnehmen - eine Reservation ist daher unbedingt zu empfehlen.
In einem Ryokan sind die Zimmer immer im japanischen Stil, also mit Tatamimatten am Boden und ohne Betten, Stühle oder Tische - gehen Sie also niemals in ein Ryokan, falls Ihnen das Sitzen auf dem Boden grössere Probleme bereit. Daher ist es absolut selbstverständlich, dass man sein Zimmer niemals mit Schuhen, auch nicht den bereitgestellten Schlarpen betritt (letztere werden innerhalb des Hotels getragen). Die Zimmer sind meist sehr geschmackvoll eingerichtet. Nebst einem niederen Tisch, auf dem beim Bezug des Zimmers bereits der Tee bereit steht, verziert ein Rollbild und ein Ikebana (Blumenarrangement) die Wand, vor diesem ist auch der richtige Platz für den «Hausherrn». Wenn das Zimmer eine Aussicht bietet (wie etwa das Iwaso in Miyajima) wird das Schiebefenster geöffnet sein und Sie können sich erstmals richtig von den Strapazen der Reise erholen.
Dannach ist wohl langsam Zeit, vor dem Abendessen (welches im Voraus bestellt wird) noch ein Bad zu nehmen. Ryokans bieten immer ein eigenes öffentliches Bad dessen Etikette Sie unbedingt beachten müssen - dies ist einer der Gründe, warum gewisse Ryokans gar keine Ausländer aufnehmen. Nach dem Bad, für welches Sie sich Zeit nehmen sollten, kommen Sie völlig entspannt in Ihr Zimmer zurück und nach kurzer Zeit wird Ihnen das Essen aufgetragen. Ryokans haben zwar einen Speisesaal, dieser wird aber nur für das Frühstück benutzt. Entsprechend dem traditionellen Charakter der Ryokans ist auch das Essen: Es gibt Kaiseki, welches je nach Preis des Zimmers einfacher oder aufwendiger sein kann. Nach dem Essen ist es in Kur- und Ausflugsorten üblich, einen Spaziergang in der Yukatta und den echt japanischen Holzschuhen zu unternehmen.
Sie müssen aber auf jeden Fall dem Personal Bescheid geben, wann sie mit Essen fertig sind, da im Ryokan im gleichen Raum geschlafen wird, in dem Sie soeben gegessen haben. Dafür wird abgeräumt, der Tisch in eine Ecke gestellt und das Futon auf dem Boden ausgerollt. Ein Futon besteht aus einer dünnen Matraze und bezogenen Unter- und Überdecken (welche den eigentlichen Futon ausmachen). Dazu gibt es noch ein normales oder japanisches Kissen, welches mit Kernen (oder ählichem) gefüllt ist und im Sommer eine angenehm kühle Alternative darstellt. Da ein Futon nur den Platz eines einzigen Tatamis beansprucht und selbst die kleinsten Zimmer 4 aufweisen, können in einem einzigen Zimmer problemlos soviele Personen übernachten, bei grösseren Zimmern entsprechend mehr.
Ganz allgemein ist das Verhältnis der Japaner zu den Religionen sehr entspannt und von Toleranz geprägt. So sind etwa die meisten Japaner sowohl Shintoisten als auch Buddhisten, die beiden Hauptreligionen in Japan. Zu diesem angenehmen Klima zwischen den Religionen trägt neben dem allgemeinen Pragmatismus der Japaner auch die Tatsache, dass beiden Religionen das Missionieren weitgehend fremd ist, massgeblich bei.
Der Shinto, der «Weg der Kami», ist die älteste Religion Japans. Gemäss dem Shinto ist die Welt von Millionen und Abermillionen von «kami» beseelt. Diese sind Naturkräfte bzw. Geister, welche in Naturphänomenen wie etwa einem alten Baum, einem Wasserfall oder auch nur einem seltsam geformten Felsen existieren.
Gemäss dem Shinto wurde Japan und der Rest der Welt von Izanagi und Izanami gezeugt (im wahrsten Sinne des Wortes). Weiter zeugten sie auch einige Gottheiten wie etwa die Sonnengöttin Amaterasu-omikami oder den Sturmgott Susa-no-o. Letzerer verärgerte seine Schwester so sehr (indem er ihre Reisfelder zertrampelte und ihren Palast verunreinigte), dass sich diese in eine Höhle einschloss und die Welt in Dunkelheit stürzte. Die restlichen Gottheiten dachten sich aber eine List aus, Amaterasu herauszulocken: Diese veranstalteten vor der Höhle kurzerhand ein Riesenfest. Dabei wurde viel gegessen und getrunken und alle müssen sich wirklich prächtig amüsiert haben, es ging sogar so weit, dass die Göttin Uzume auf einem leeren Sakefass nakt zu tanzen anfing. Dies führte natürlich zu einem riesen Hallo und Amaterasu, welche in ihrer Höhle vor Neugier platzte, konnte schliesslich einfach nicht mehr anders und kam heraus, um mitzufeiern. Damit war die Welt gerettet.
Diese Geschichte dokumentiert deutlich das Wesen von Shinto: Es ist eine sehr auf das Dasein und Leben orientierte, wenig strenge Religion. Dies widerspiegelt sich auch im Wesen der Japaner selber, welche ein fröhliches, das Leben in allen Zügen liebendes Volk sind. Shinto ist im übrigen keine Religion im Sinne des Christentums oder Islams. Im Shinto gibt es weder heilige Bücher, Gebote (wenn man mal vom Gebot der Reinlichkeit absieht) oder Heilige. Der Hauptschrein des Shinto ist in Ise und ist der Sonnengöttin Amaterasu-omikami geweiht.
Ende 5. oder anfangs 6. Jahrhundert kam der Buddhismus über Korea nach Japan. Der Buddhismus geht auf Gautama Siddharta, einen indischen Prinzen, zurück, welcher im Alter von 29 mit Krankheit, Alter und Tod konfrontiert, den elterlichen Palast verliess und sich auf die Suche nach Einsicht machte. Die ersten sechs Jahre unterzog er sich schweren Kasteiungen, verliess diesen Weg aber zugunsten des «Mittleren Weges» der Meditation. Eines Nachts, als er unter einem Baum am Meditieren war, erlangte er Erleuchtung, die tiefe Einsicht in die letzen Wahrheiten, «Nirvana» genannt und wurde fortan Buddha genannt. Nach seinem Tod wurde die Lehre des Buddhismus, das «Dharma» von seinen Schülern weiterentwickelt.
Zen Koan Ein Schüler fragt seinen Meister: «Was ist der Weg?». Dieser antwortet: «Er liegt direkt vor dir». «Warum sehe ich ihn dann nicht?». «Weil du an dich denkst» antwortete der Meister. «Siehst du ihn denn?» fragt der Schüler. «Solange du in Begriffen wie "ich sehe" und "du siehst" denkst, wird dein Blick getrübt sein». «Wenn es weder "ich" noch "du" gibt, werde ich den Weg dann sehen?» wollte der Schüler wissen. «Wenn es weder "ich" noch "du" gibt, wer will den Weg dann sehen» fragte der Meister zurück. |
Der Kern des Dharma ist der Glaube, dass alle empfindsamen Kreaturen (und damit sind bei weitem nicht nur die Menschen gemeint, der Buddhismus schliesst generell alle Lebenwesen ein) in einen ewigen Kreislauf von Leid, Tod und Wiedergeburt eingeschlossen sind. Dieser wird von den Handlungen, dem «Kharma», welche in den Neigungen und der Unwissenheit ihre Wurzeln haben, aufrechterhalten. Die einzige Möglichkeit, diesem Kreislauf zu entkommen ist, Buddhas Vorbild zu folgen um eines Tages Nirvana zu erlangen.
Der Buddhismus ist in verschiedene Strömungen und unzählige Sekten aufgesplittert, welche verschiedenen Wegen zu Nirvana folgen. So glaubt etwa der Mahayana-Buddhismus, dass es Wesen gibt, welche zwar Nirvana erlangt haben, aber ihren Übergang in eine andere Daseinsform aus Mitleid mit den noch nicht Erleuchteten aufgeschoben haben (wie dies Buddha ja auch getan hat). Diese werden «Bodhisattvas» genannt und helfen allen Wesen, Nirvana zu erlangen. Die bei uns bekannteste Strömung des Hahayana-Buddhismus ist der Zen-Buddhismus.
Zen setzt in erster Linie auf Meditation und glaubt, dass Erleuchtung hier und jetzt möglich ist. Sinnestäuschungen und rationales Denken sind dabei die Haupthindernisse, welche es zu überwinden gilt. Das rationale Denken zu überwinden dienen die Koans, die bekannten paradoxen Geschichten auf die es keine rationale Antwort gibt. Bekannt durch seine weltberühmten Gärten (wobei sowohl deren Betrachtung als auch der Pflege eine Form der Meditation darstellt) ist Zen die geradlinigste und damit wohl japanischste Richtung des Buddhismus.
Der Buddhismus ist grösste Religion Japans und ist mit dem Shinto schon seit langer
Zeit eine von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägte Symbiose eingegangen.
Alain G. Barthe, 1997