Alains
Japanreise Wohin geht ein Anime Fan in die Ferien? Natürlich nach Japan! Ich habe dies im Frühjahr '97 mit meiner Schwester zusammen getan. |
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Japan ist nicht nur das Land aus dem die Animes kommen, sondern auch ein faszinierendes Land, in dem Alt und Neu, Geschichte und Moderne, Tradition und Zweckmässigkeit aufeinanderprallen wie kaum in einem anderen. Nippon, wie die Japaner ihr Land nennen, liegt in Asien, einem dem unseren völlig unterschiedlichen Kulturkreis, und dies spürt man auf Schritt und Tritt. Andererseits unterscheidet sich Japan von jedem anderen Land in Asien deutlich, Chinesen sind den Japanern etwa genau so fremd wie uns, Japan ist also selbst für Asienerfahrene ein neues Erlebnis.
Die Nihon-jin (Japan-Menschen, also Japaner) sind nur in wenigen Beziehungen so wie wir uns dies vorstellen: Die sprichwörtliche japanische Höflichkeit begegnet einem auf Schritt und Tritt und nach wenigen Tagen hat man sich schon so sehr daran gewöhnt, dass man sich nach der Heimreise auf einen mittleren Schock gefasst machen muss, wenn man wieder von unfreundlichen, unhöflichen und rücksichtslosen Landsleuten umgeben ist. Auch der berühmte japanische Fleiss ist keine Legende, selbst Beamte arbeiten in Japan bis tief in die Nacht hinein. Ansonsten sind die Japaner aber ganz anders, sie sind völlig normale und fröhliche Menschen, die am Abend gerne ausgelassen feiern (in einem japanischen Lokal kann es lauter als in einem italienischen während der Fussballweltmeisterschaft zugehen!) und ansonsten etwa die gleichen Alltagssorgen mit uns teilen.
Japan ist in unseren Breiten leider ein äusserst unbekanntes Land, sowohl politisch als auch kulturell. Entsprechend wenige Touristen besuchen dieses Land, das eigentlich - von den Preisen abgesehen - ein ideales Reiseland wäre (wir Schweizer sind allerdings, hinter den Amerikanern und Deutschen, die fleissigsten Japanurlauber, gemessen an der Bevölkerungszahl sind wir sogar einsam an der Spitze). Die Preise mögen hoch sein (auch wenn dies nur teilweise richtig ist) und die Angebote spärlich («Was, nach Japan wollen Sie?» ist die typische Antwort in einem Reisebüro).
Japan ist aus folgenden Gründen ein ideales Reiseland:
Japan ist ein wunderschönes Land, das dem aufmerksamen Besucher hinter jeder Ecke eine Überraschung bietet
Japan ist absolut sicher, Sie werden weder bestohlen oder belästigt und müssen nie auf Ihre Wertsachen aufpassen
Service wird in Japan noch grossgeschrieben, nirgends auf der Welt ist die Qualität der Dienstleistungen nur annähernd vergleichbar
Die Japaner sind höfliche und entgegenkommende wunderbare Menschen
Die Infrastrukur ist perfekt, die Hotels hervorragend und die Organisation immer ohne Fehl und Tadel
Wenn Sie Interesse, Geld und Zeit haben, fahren Sie mal hin, Sie werden es nicht bereuen.

Dies ist eine Eisenbahnkarte von Japan. Die Inseln heissen, von Rechts nach Links, Hokkaido (Sapporo), Honshu (Tokyo, Nagoya, Osaka, Kyoto, Kobe), Shikoku (Kochi) und Kyushu (Fukuoka, Nagasaki). Okinawa und 600 weitere, meist kleinere Inseln, fehlen. |
Japan ist ein hervorragendes Reiseland. Sie werden als «gai-jin» (Aussen-Mensch, also Ausländer) ausnahmslos willkommen geheissen, die Japaner freuen sich über jeden Besucher ihres schönen Landes. Sie können völlig unbeschwert reisen, es kann Ihnen in Japan nichts passieren. Kriminalität ist so gut wie unbekannt, niemand versucht sie zu übervorteilen und, sollten Sie mal in eine grössere oder kleinere Notlage geraten, wird Ihnen jeder gerne und selbstverständlich helfen.
In Japan wird es nie langweilig. In den Grossstädten wie Tokyo oder Osaka wird alles geboten was auch westliche Metropolen wie Paris, London oder New York bieten. Dabei sind Sie aber immer in Japan und dies hat viele positive Seiten: Die Sicherheit wurde schon angesprochen, auch Frauen können ruhig morgens um 1:00 Uhr durch das Vergnügungsviertel spazieren ohne angemacht, bedroht oder gar angegriffen zu werden, auch in der U-Bahn werden Sie nie unangenehme Erlebnisse haben - zur Rushhour kann es allerdings ziemlich eng werden, ein Umstand der mitunter von Männern ausgenutzt wird. Sobald Sie die Städte verlassen werden Sie erstaunt sein, wie schnell Sie in unberührte Naturlandschaften gelangen können.
Alain G. Barthe, 1997