Japan
Bibliographie |
![]() |
Uns verunsichert dieVorstellung, je nach Gegenüber ein anderes Wort
für ich
benutzen zu müssen. Schliesslich ist nicht immer leicht auszumachen, ob der
andere über
oder unter
einem selbst steht. Welche Kriterien zählen? Beruflicher
Erfolg? Herkunft? Einfluss und Macht? Alter?
Daher ist es in Japan ungemein wichtig, so viel wie möglich über den Gesprächspartner in Erfahrung zu bringen, ehe man ihm entgegentritt. Weiss man nicht, wer der andere ist, so kann man im Grunde gar nicht mit ihm reden. Jemandem eine unangemessen hohe Stellung zuzuordnen ist peinlich, da spätere Korrekturen kaum mehr möglich sind. Stuft man ihn zu niedrig ein, begeht man einen noch ärgeren Fauxpas.
Dieser Grund macht Visitenkarten unentbehrlich! Die Vistenkarte dient als erster, entscheidender Anhaltspunkt. Je mehr sie über den Inhaber aussagt, z.B. über Rang in der Firma oder Universität, Mitgliedschaft, vielleicht gar Vorsitz, in Verbänden, um so leichter fällt die schwierige Einstufung des Unbekannten.
Dieses Buch von Mutter und Tochter Thomas ist meiner Meinung nach schlicht das beste, welche sie z.Z. in deutscher Sprache kaufen können. Während sich viele Reiseführer finden lassen, welche Auskunft über Tempel, Gebäude und Geschichte Japans geben, gibt dieser einen ziemlich umfassenden Einblick in die Kultur der Menschen, die Regeln ihres Zusammenlebens und die Sonn- und Schattenseiten Japans.
Ich habe mir Japan erträumt, lange bevor ich hinkam. Moosgärten, Zimmer mit Strohmatten, geschwungene Holzbrücken im Mondlicht, Papierlaternen, in denen ein Feuer glimmt. Wann immer ich Fotobände über das traditionelle Japan durchblätterte, traf mich das Déjà-vu-Erlebnis so heftig, dass es mir den Atem verschlug. Drei Felsen, ein verwachsener Nadelbaum, geharkter weisser Sand: Ehrfurcht. Bei Fotos von Windsor Castle oder von den Brunnen Versailles' blieb mir nie die Luft weg.
Doch als wir vom International Airport Osaka losfuhren, traf mich der hässliche Anblick wie ein Schlag. Vergiss Felsen und geharkten Sand! Überall Neonschriften und Reklametafeln, soweit das Auge reicht, schmuddelige, ungepflegte Betonhäuser. Selbst die Dinge, die zwangsläufig zu einer Verstädterung gehören, waren aus den Fugen geraten. Wo andere Wohlstandsnationen die Leitungen für ihre Energieversorgung unsichtbar verlegen, um wenigstens optisch Harmonie zu wahren, scheinen sich Japans Grossstädte mit den Kabeln und Drähten des modernen Lebens fest umschnürt zu haben.
Dieses Buch von Cathy N. Davidson (von Elfriede Peschel hervorragend übersetzt) beschreibt mit viel Witz und Humor, einer scharfen Beobachtungsgabe und einem grossen Gespür das Leben und den Alltag eines Ausländers in Japan, aber genauso den Alltag und die Kultur der Japaner. Dieses autobiographisch geprägte Buch erzählt von den vier längeren Japanaufenthalten der Authorin als Englischlehrerin. Dabei ist es mal heiter, mal traurig, ist aber immer von tiefen Respekt aber auch einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrem Gastland geprägt. Erschienen im Knesebeck Verlag.
Die beiden Bestseller von James Clavell, Shogun
und Tai-Pan
, beides
hervorragend geschriebene, äusserst unterhaltsame Romane, sind ideal geeignet, Japan und
China einmal in anderer Form kennenzulernen.
Blackthorne was suddenly awake. For a moment he thought he was dreaming because he was ashore and the room unbelievable. It was small and very clean and covered with soft mats. He was lying on a thick quilt and another was thrown over him. The ceiling was polished cedar and the walls were lathes of cedar, in squares, covered with an opaque paper that muted the light pleasantly. Beside him was a scarlet tray bearing small bowls. One contained cold cooked vegetables and he wolfed them, hardly noticing the piquant taste. Another contained a fish soup and he drained that. Another was filled with a thick porridge of wheat or barley and he finished it quickly, eating with his fingers. The water in an odd-shaped gourd was warm and tasted curious - slightly bitter but savory.
Diese Novelle von James Clavell, wohl eines der berühmtesten Bücher welche von Japan handeln, erzählt die Geschichte Kapitän Blackthornes, welcher im Jahre 1600 an der Küste Japans Schiffbruch erleidet. Im bleibt aber nicht viel Zeit, sich über die seltsamen Gebräuche des im völlig unbekannten Landes zu wundern, da er schnell als eine weitere Schachfigur is grosse Spiel zwischen den beiden mächtigsten Kriegsherren des Landes, Toranaga und Ishido, verwickelt wird. Diese beiden kämpfen im von jahrelangen Kriegen geplagten Land um den ultimativen Preis: Die Position als Shogun und damit die faktische Kontrolle über ganz Japan.
Neben der Tatsache, dass Shogun
ein äusserst spannender Abenteuerroman und nicht
minder mitreisende Liebesgeschichte ist, hat sich James Clavell sehr viel Mühe gemacht,
die Gebräuche und Sitten sowie die Denkweisen in Japan zu beschreiben und dem Leser
näher zu bringen.
He turned to look at his clipper, China Cloud, 22 guns. All of Struan and Company's clippers were surnamed "Cloud" to honor his mother, a McCloud, who had diead years ago. Seamen werde painting and cleaning an already sparkling vessel. Guns were being examined and rigging tested. The Union Jack fluttered prodly aft and the company flag atop the mizzen.
The flag of The Nobel House was the royal red lion of Scotland entwined with the imperial green dragon of China. It flew on twenty armed clippers scattered over the oceans of the world, on a hundred swift-sailing lorchas that smuggled opium up the coast. If flew on three huge opium supply depot ships - converted hulks of merchantmen which were presently anchored in Hong Kong harbor. And it flew over Resting Cloud, his vast semi-stationary headquarters vessel that contained bullion strong rooms, offices, luxurious suites and dining rooms.
You're a bonny flag, Struan thought proudly.
James Clavell erzählt in Tai-Pan
die Geschichte der Gründung Hong Kongs im Jahr
1841 und von Dirk Struan, eines Abenteurers und Visionärs. Struan ist der Tai-Pan von The
Nobel House, des grössten, reichsten und mächtigsten Handelshauses seiner Zeit. Tai-Pan
kann in etwa mit höchster Herr
übersetzt werden und ist die Bezeichnung für alle
Vorstehenden von Handelshäusern, aber in Wirklichkeit ist Struan der wahre Tai-Pan.
Brilliant und atemberaubend erzählt Clavell eine Geschichte voller Abenteuer, Liebe, Intrigen, Siegen und Niederlagen. Dieses Buch, welches man trotz des Umfanges von rund 700 Seiten problemlos in einem Rutsch durchlesen kann, erzählt einiges über die Mentalität und Denkweise der Chinesen. Wer sich also auch ein bisschen für China interessiert erhält hier - neben einem tollen Abenteuerroman - einen ersten kleinen Blick in dieses riesige Land und seine Menschen.
When we checked into our hotel in Hiroshima, I noticed that our bathtub faucet would not produce hot water, so I called the front desk. In America, the front desk would have told me that somebody would be up to take a look at it, and eventually somebody would, but not necessarily during my lifetime.
In Hiroshima, a bellman arrived at our room within, literally, one minute. He had obviously been sprinting, and he looked concerned. He checked the faucet, found that it was, indeed, malfunctioning, and - now looking extremely concerned - sprinted from the room. In no more than three minutes he was back with two more men, one of whom immediately went to work on the bathtub. The sole function of the other one, as far as we could tell, was to apologize to us on behalf of the hotel for having committed this monumentally embarrassing and totally unforgivable blunder.
We are very sorry,
he kept saying, looking as thought near tears.
Very sorry.
It's OK!
I kept saying. Really!
But it did no good. The man
was grieving.
The bathtub was fixed in under ten minutes after which all three men apologized extravagantly in various languages one last time, after which they left, after which I imagine that the hotel's Vice President for Faucet Operations was taken outside and shot.
No, just kidding. He probably took his own life. That's how seriously they take their jobs over there.
Dave Barry, Pullizerpreisträger und Kollumnist des Miami Herald, hat mit seiner Familie Japan besucht und auf seine typische, urkomische Art ein Buch über das Land geschrieben, welches sich kaum mit einem anderen vergleichen lässt. Zwar ist das Buch von der ersten bis zur letzten Seite eine Karikatur, Dave Barry nimmt dabei aber weniger Japan als viel mehr sich und seine amerikanischen Landsleute aufs Korn. Brilliant geschrieben, bleibt in diesem Buch von der ersten Seite kein Auge trocken und es kann schon passieren, dass man nach der Lektüre Bauchschmerzen vor lauter Lachen hat.
Alain Barthe, 1998